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Antworten des Jediismus auf typische religiöse Fragen
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    Aquila
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    Antworten des Jediismus auf typische religiöse Fragen

    von Aquila » 15.02.2013, 23:27

    Mich würde mal interessieren, was ihr so über typische Fragestellungen verschiedener Religionen denkt und ob es zwischen den einzelnen jediistischen Gruppen unterschiedliche Meinungen/Lehransätze gibt. Oder vielleicht sind manche Fragen für den Jediismus auch gar nicht von Bedeutung.

    1: Gibt es ein Leben nach dem Tod ?
    2: Was war vor dem Urknall bzw. wird die Urknalltheorie und die Geschichte des Universums überhaupt so akzeptiert wie sie sich nach heutigem Stand der Wissenschaft darstellt? Oder gibt es eigene Theorien wie z.B. die Schöpfungsgeschichte im Christentum?
    3: Glaube an einen allmächtigen Gott? Oder an eine Macht die alles umgibt? Inwiefern nimmt diese Macht Einfluss auf das Leben und Schicksal der Menschen?

    Ich versuche einmal, diese Fragen für mich zu beantworten:

    1: Ich weiß es nicht. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Aber irgendwann wird jeder abtreten und dann wird man es vielleicht erfahren (wenn so etwas wie ein Bewusstsein im Augenblick des Todes noch vorhanden sein sollte). Bis dahin ist der Tod und die Frage nach einem möglichen Leben danach etwas, worüber man nur spekulieren kann. Deshalb halte ich persönlich es so, dass ich mich auf mein Leben im Jetzt und Hier konzentriere und keine großen Gedanken an den Tod verschwende. Angst vor dem Tod habe ich aufgrund meiner Lebenseinstellung jedenfalls nicht.

    2: Schwieriges Thema, da die Entstehung des Universums noch immer Forschungsgegenstand ist und wohl noch ewig bleiben wird. Als naturwissenschaftlicher Student halte ich es deswegen so: Die momentane Theorie vom Urknall klingt für mich plausibel/glaubhaft und wird auch von verschiedensten Wissenschaftlern so vertreten. Dennoch ist es nur eine Theorie und falls sich irgendwann einmal herausstellen sollte, dass sie falsch ist, muss man nach anderen Erklärungen suchen. Dasselbe gilt meiner Meinung nach für die Evolutionstheorie. Nach heutigem Stand der Wissenschaft bin ich ein klarer Anhänger der Evolutionstheorie, vollständig bewiesen ist sie jedoch bisher nicht. Die Stärke der Wissenschaft liegt meiner Meinung nach aber auch darin, dass sie Theorien auch wieder verwirft und neue Lösungen sucht, wenn es sicher ist, dass die bisher für wahr gehaltene Theorie falsch ist. Das lässt sich von Religionen eher selten behaupten. An die Theorie eines Schöpfergottes, der einen ersten Anstoß (zum Urknall) gibt und dann den Dingen seinen Lauf lässt (gemäß den Naturgesetzen), glaube ich persönlich nicht.

    3: Damit wären wir beim letzten Punkt. An einen allmächtigen, strafenden Gott wie es ihn z.B. beim Christentum gibt glaube ich sicher nicht. Ebensowenig wie an einen Himmel oder eine Hölle. Ich kann aber weder zu 100% ausschließen dass es einen Gott gibt, noch zu 100% ausschließen dass es keinen gibt. Deswegen zähle ich mich selber momentan zu den (atheistischen) Agnostikern. Ich bin aber überzeugt, dass es noch viele Sachen gibt, die der Mensch noch nicht in der Lage ist zu begreifen oder wissenschaftlich zu erfassen. Ich bin ein großer Naturfreund und öfters mal im Wald oder generell abseits der Zivilisation unterwegs. Wenn ich dann die Schönheit und Perfektion der Natur sehe, überkommt mich immer das Gefühl, dass die Natur "göttlich" ist. Die pantheistische Sichtweise, dass das Göttliche eins ist mit dem ganzen Kosmos und der Natur, und damit auch in jedem Menschen zu finden ist, gefällt mir jedenfalls. Inwiefern sich Agnostizismus und Pantheismus verbinden lassen, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Vielleicht bin ich auch nur Agnostiker im Bezug auf einen Gott wie ihn der Islam und das Christentum beschreiben (weil diese Vorstellung halte ich für sehr sehr unwahrscheinlich, obwohl ich es nicht komplett ausschließen kann ( -> deswegen atheistischer Agnostizismus) und bin in Wirklichkeit Pantheist?
    Denn die Vorstellung, dass uns etwas Göttliches (eine "Macht") umgibt, halte ich durchaus für möglich, da ich es inmitten der Natur selbst oft so empfinde.


    Als Jedi werde ich mich dennoch in erster Linie auf das Leben und Handeln im Hier und Jetzt konzentrieren. Die Frage woher wir kommen, wohin wir gehen und ob es hinter allem einen tieferen (göttlichen) Sinn gibt finde ich trotzdem interessant.
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    Re: Antworten des Jediismus auf typische religiöse Fragen

    von Vrooktar » 16.02.2013, 03:32

    Grundsätzlich muss ich voran stellen, dass unsere Gemeinschaft in dem Kontext keine Anschauungen vorgibt.
    Ankerpunkt ist eher eine Praxis, die sich am Kodex orientiert als eine Reihe von Glaubensgrundsätzen.
    Was natürlich nicht ausschließt, dass sich die einen Auffassungen größerer Beliebtheit erfreuen als andere.


    1. Meine konkrete Vorstellung vom Tod ist ein relativ schwer nachvollziehbares Konstrukt, das das Ergebnis von logischen Schlüssen, wissenschaftlichen Untersuchungen und sprirituellen Erkenntnissen gleichermaßen darstellt.
    Wichtiger als die Vorstellung vom Tod ist aber die Art mit ihm umzugehen.

    Deshalb halte ich persönlich es so, dass ich mich auf mein Leben im Jetzt und Hier konzentriere und keine großen Gedanken an den Tod verschwende. Angst vor dem Tod habe ich aufgrund meiner Lebenseinstellung jedenfalls nicht.


    Eine verbreitete Praxis, die illusioniert, vermeintlich unangenehmes einfach verdrängt und sowohl der Erkenntnis als auch der Selbstverwirklichung im Wege stehen kann.
    Ich kann nur schwer abschätzen was "keine großen Gedanken" bei dir heisst, aber das einzige Ereignis im eigenen Leben, das sicher eintreten wird, nicht zu bedenken, ja ihm sogar mit aktiver Nichtbeachtung zu begegnen, kann langfristig keine gute Idee sein.

    An dieser Stelle zitiere ich Rinpoche, der immerhin eines der Bücher geschrieben hat die wir als Lehrinhalt schätzen.

    Ich begriff, daß die Menschen heutzutage lernen, den Tod zu verdrängen, und daher im Sterben nichts als Vernichtung und Verlust sehen. Daraus folgt, daß die meisten Menschen den Tod entweder vollständig leugnen oder in Angst vor ihm leben. Bloß über den Tod zu sprechen, wird schon als morbid angesehen, und viele Menschen glauben, daß sie allein durch Erwähnung des Todes das Risiko eingehen, ihn auf sich zu ziehen.
    Andere sehen dem Tod mit einer naiven, gedankenlosen Zuversicht entgegen. Sie denken, aus irgendwelchen unbekannten Gründen werde schon alles gutgehen, und man müsse sich keinerlei Sorgen machen. Wenn ich an diese Menschen denke, werde ich immer an den Ausspruch eines tibetischen Meisters erinnert: «Die Menschen nehmen den Tod oft zu leicht und denken: ‹Was soll’s, der Tod ereilt schließlich jeden. Was ist schon dabei, er ist etwas ganz Natürliches, es wird schon werden.› Das ist eine nette Theorie - bis man dann stirbt.»




    2. Interessanterweise benennst du die Haltung zu der Anschauung um die es geht mit "Akzeptanz". Ich für meinen Teil glaube, dass Akzeptanz in so einem Zusammenhang zu weit geht. Weil sie einen geistigen Prozess endgültig abschließen will. Man setzt geistig einen Stempel darunter und "akzeptiert" es schließlich. Keine weiteren Fragen, keine weiteren Diskussionen. Thema abgehakt. So funktioniert die Wissenschaft aber nicht. Und eine gesunde Haltung zu einem Weltbild funktioniert so auch nicht, wenn man nach Erkenntnis strebt.
    Es ist wichtig niemals die Bereitschaft zu verlieren das eigene Weltbild zu korrigieren.
    Das Weltbild sollte allgemein nicht der Anker sein an dem wir unser Selbstverständnis festmachen.
    Denn nur weil viele Menschen, durch diese Auffassung, bei Unstimmigkeiten in ihrem Weltbild automatisch ihr Selbstverständnis mit gefährdet sehen halten sie gern so fanatisch daran fest und hindern sich damit nur an jedem weiteren Schritt der sie auf den Pfad der Erkenntnis weiter bringen könnte.

    Planck sagte mal:
    Eine neue wissenschaftliche Wahrheit pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als bekehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht wird


    Ich bin der Auffassung, dass ein Jedi, obgleich er das niemals verwirklichen können wird, über diesem Kreislauf zu stehen versuchen sollte.


    3. So wie ich das sehe ist der Glaube des Jediismus vor allem ein Glaube an Wechselwirkungen.
    Wobei "Glaube" da wohl ein unzutreffender Begriff ist, wo das meiste davon klar spürbar ist.
    Um zu verdeutlichen wie ich das meine ein paar Zeilen aus unserem Kodex, deren Inhalt nicht gerade von uns erfunden wurde:

    Der Jedi achtet auf seine Gedanken,
    denn sie werden seine Worte.
    Der Jedi achtet auf seine Worte,
    denn sie werden seine Handlungen.
    Der Jedi achtet auf seine Handlungen,
    denn sie werden seine Gewohnheiten.
    Der Jedi achtet auf seine Gewohnheiten,
    denn sie werden sein Charakter.
    Der Jedi achtet auf seinen Charakter,
    denn er wird sein Schicksal.


    Allein diese Zeilen zeigen ganz konkrete Wechselwirkungen zwischen menschlichen Verhaltensprozessen auf und, wie wir sie bewusst beeinflussen können. Sie sind nicht weniger als der greifbar gewordene Lehransatz, wie man sich seinem Ideal annähert oder warum man es aus den Augen verliert.


    Post Scriptum: Mir fällt auf, dass ich wohl kaum eine Antwort der Form gegeben habe, die sich ein typischer Fragensteller wohl gewünscht hätte, wenn er eine solche Frage stellte. Aber es ist wohl irgendwie auch jediistische Tradition bei jeder noch so (vermeintlich) einfachen Frage in eine Tiefe zu gehen die der Fragesteller so nicht gewünscht hatte. ^^
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    Re: Antworten des Jediismus auf typische religiöse Fragen

    von Aquila » 16.02.2013, 11:29

    Danke erstmal für diese ausführliche Antwort. Es passiert mir auch des öfteren, dass ich bei meinen Antworten von der eigentlichen Frage abweiche und sehr ins Detail gehe, von dem her habe ich da kein Problem mit. ^^

    Zu der Sache mit dem Tod. Ich glaube dass du mich da missverstanden hast, vielleicht habe ich mich auch nur schlecht ausgedrückt. Von einem Verdrängen des Todes kann ich bei mir wirklich nicht reden. Im Gegenteil ich behaupte sogar dass ich mich sehr ausführlich damit beschäftigt habe, weil es bis jetzt in fast jedem philosophischen Buch welches ich gelesen habe in einem Kapitel irgendwo mal aufgegriffen und thematisiert wurde. Unter anderem aufgrund dieser Eindrücke hat sich bei mir dann schließlich meine Meinung darüber gebildet. Weder ignoriere ich den Tod, noch mache ich ihn zum Lebensinhalt. Ich sehe ihn als natürlichen Bestandteil des Lebens an, sehe aber keinen Grund, mich davor zu fürchten. Ein Zitat von Seneca in seinem Buch "De brevitate vitae" kommt mir dazu in den Sinn, welchem ich zustimme, es war in etwa so: "Was so schnell geschieht [gemeint ist der Tod], davor fürchtest du dich ein Leben lang? Schäme dich!"

    Zum anderen Thema: Ja, ich akzeptiere momentan die Theorie des Urknalls und der Evolution. Davon, dass darunter ein Stempel gemacht wird und keine Diskussion mehr zugelassen wird habe ich aber nie geredet. Sollte erwiesen sein, dass die Theorie falsch ist, muss sie verworfen werden. Gleichzeitig sollte man immer weiterforschen und offen sein für neue Ideen, auch wenn eine Theorie zum jetzigen Zeitpunkt für wahr gehalten wird.
    An einem Glaubensgrundsatz festzuhalten, nur weil man neuen Ideen gegenüber nicht aufgeschlossen ist und eine mögliche unbequeme Wahrheit nicht akzeptieren will, halte ich ebenso für falsch und kann nicht der Weg eines Jedi sein. Eine Signatur, die ich bei Qui-Ran Demera mal gelesen habe, finde ich in diesem Zusammenhang sehr treffend: "So tief Du auch in Deinen Idealen und Deinem Glauben verwurzelt bist; lasse sie nie zu Grenzpfeilern Deines Verstandes werden!"
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    Re: Antworten des Jediismus auf typische religiöse Fragen

    von Vrooktar » 16.02.2013, 12:33

    Aquila hat geschrieben:Zum anderen Thema: Ja, ich akzeptiere momentan die Theorie des Urknalls und der Evolution. Davon, dass darunter ein Stempel gemacht wird und keine Diskussion mehr zugelassen wird habe ich aber nie geredet. Sollte erwiesen sein, dass die Theorie falsch ist, muss sie verworfen werden. Gleichzeitig sollte man immer weiterforschen und offen sein für neue Ideen, auch wenn eine Theorie zum jetzigen Zeitpunkt für wahr gehalten wird.
    An einem Glaubensgrundsatz festzuhalten, nur weil man neuen Ideen gegenüber nicht aufgeschlossen ist und eine mögliche unbequeme Wahrheit nicht akzeptieren will, halte ich ebenso für falsch und kann nicht der Weg eines Jedi sein. Eine Signatur, die ich bei Qui-Ran Demera mal gelesen habe, finde ich in diesem Zusammenhang sehr treffend: "So tief Du auch in Deinen Idealen und Deinem Glauben verwurzelt bist; lasse sie nie zu Grenzpfeilern Deines Verstandes werden!"



    Die Kunst dabei ist es die Grenzpfeiler überhaupt zu erkennen.
    Die Schwachstelle liegt dabei, dass viele gern glauben möchten, dass ihre Anschauung neutral und unvoreingenommen ist.
    Dabei wird diese Prämisse dann selbst zum Fundament ihres Glaubens.
    Psychologisch verständlich, aber man muss erkennen, dass man sich bereits auf ein solches Fundament gestellt hat, wenn man versucht das argumentativ zu stützen. Ich sehe da eine nicht unerhebliche Analogie zu Goethe: „Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein"

    Was du unter "Akzeptanz" verstehst kann natürlich von meinem Verständnis abweichen.
    Meine Ausführungen basieren auf folgendem Ansatz „Akzeptanz (von lat. „accipere“ für gutheißen, annehmen, billigen) ist eine Substantivierung des Verbes akzeptieren, welches verstanden wird als annehmen, anerkennen, einwilligen, hinnehmen, billigen, mit jemandem oder etwas einverstanden sein."
    Wenn dein Ansatz davon verschieden ist, ist es wenig verwunderlich, dass meine Schlüsse, die auf diesem Ansatz beruhen unzutreffend sind.

    Weder ignoriere ich den Tod, noch mache ich ihn zum Lebensinhalt


    Klingt ja auch vernünftig.
    In dem Fall ist die Sprache wohl an ihre Grenzen gestoßen.
    Was auch nicht weiter schlimm ist, wir müssen uns ihrer Grenzen nur im klaren sein.
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    Re: Antworten des Jediismus auf typische religiöse Fragen

    von Aran Aryono » 16.02.2013, 14:24

    1: Gibt es ein Leben nach dem Tod ?


    Das kommt darauf an. Jediisten die den Jediismus rein als "Lebensweise" oder "Philosophie" sehen, werden darauf sicherlich ganz unterschiedliche Antworten geben, denn die einen sind Christen, die andren Buddhisten, die nächsten sind Atheisten,...

    Jediisten die den Jediismus als Religion ansehen, könnten darauf antworten, dass nach dem Tode alles zurück zu Energie wird und somit zur Macht zurückfließt.

    Mein persönlicher Standpunkt, so unschön wie einfach: Wenn du tot bist, ist Ende. Man verrottet noch, aber ansonsten war es das dann. Dein "Geist" im Sinne deiner Ideen und deiner Vermächtnisse, so du denn welche hast, Leben vielleicht eine Zeit lang weiter. Aber in 10000 Jahren wird keiner mehr wissen wer du warst.

    2: Was war vor dem Urknall bzw. wird die Urknalltheorie und die Geschichte des Universums überhaupt so akzeptiert wie sie sich nach heutigem Stand der Wissenschaft darstellt? Oder gibt es eigene Theorien wie z.B. die Schöpfungsgeschichte im Christentum?


    Der Jediismus ist nicht klar definiert, aber die meisten Jediisten die ich kenne sind sehr wissenschaftlich in ihrer Denke. Ich persönlich bin Naturwissenschaftsüberzeugt und glaube daran, dass die einfachste Theorie zur Erklärung die Beste ist. Die Urknalltheorie klingt plausibel. Davor? Nichts. Weder Raum, noch Zeit geschweige denn Materie.

    3: Glaube an einen allmächtigen Gott? Oder an eine Macht die alles umgibt? Inwiefern nimmt diese Macht Einfluss auf das Leben und Schicksal der Menschen?


    Siehe Punkt 1. Religiöse Jediisten glauben an eine Energie ähnlich dem Qi, nennen es jedoch "Die Macht". Diese hat uns nicht geschaffen, ist jedoch ein substantiell notwendiger Faktor bei der Entstehung und Erhaltung von Leben. Ich sehe das ein wenig anders, aber jedem das seine. Einen Einfluss auf das Leben hat die Macht nicht.

    Als philosophischer Jedi würde ich sagen, die Macht ist einfach das Licht in deinem Herzen was dich antreibt und dir immer wieder Kraft gibt aufzustehen wenn du fällst. Sie ist das, was dir Mut macht und dir die Hoffnung erhält, egal was geschieht. So definiere ich die Macht für mich zumindest.
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    Re: Antworten des Jediismus auf typische religiöse Fragen

    von Vrooktar » 16.02.2013, 15:28

    Mein persönlicher Standpunkt, so unschön wie einfach: Wenn du tot bist, ist Ende. Man verrottet noch, aber ansonsten war es das dann. Dein "Geist" im Sinne deiner Ideen und deiner Vermächtnisse, so du denn welche hast, Leben vielleicht eine Zeit lang weiter. Aber in 10000 Jahren wird keiner mehr wissen wer du warst.


    Über die "Wahrheit" will ich gar kein weiteres Wort verlieren, will aber folgendes zu denken geben:

    In seinem eigensinnigen Glauben, dies Leben sei das einzige, hat der moderne Mensch keine Langzeitvisionen entwickelt. Nichts hält ihn mehr davon ab, den Planeten aus kurzfristigem Eigeninteresse auszuplündern und auf eine Weise selbstsüchtig zu leben, die sich für die Zukunft als fatal erweisen könnte.


    Man kann wohl nicht wirklich behaupten, dass das kurzsichtige Vorgehen einer gesamten Spezies nur auf einen solchen Paradigmenwechsel zurückzuführen ist. Dennoch scheint mir die heute verbreitete Auffassung nicht gerade als dienlich dabei ein neues Verständnis der Langfristigkeit wiederzuerwecken, das wir auf Gedeih und Verderb brauchen werden....
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    Re: Antworten des Jediismus auf typische religiöse Fragen

    von Aran Aryono » 16.02.2013, 17:02

    Man muss nicht von einer Reinkarnation überzeugt sein um Nachhaltig zu denken. Es reicht, wenn man weniger egoistisch ist und das für andere tut.
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    Re: Antworten des Jediismus auf typische religiöse Fragen

    von Vrooktar » 16.02.2013, 17:28

    Etwas anderes habe ich auch nicht behauptet.
    Dennoch können die Gesetzmäßigkeiten der Wechselwirkung in ihrem Ergebnis schnell davon abweichen, was gundsätzlich möglich ist.
    Viele "gesellschaftliche Rettungsansätze" postulieren für ihre Umsetzbarkeit eine plötzliche bevölkerungsweite Erleuchtung.
    Nur wird es die dummerweise nicht geben.

    Ein Idealist ist ein Mann, der aus der Tatsache, dass die Rose besser riecht als der Kohl, darauf schließt, eine Suppe aus Rosen müsse auch besser schmecken.
    - Ernest Hemingway
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